Leseprobe - Forschungsgemeinschaft Litauen

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Leseprobe

Literatur

Palanga in der wechselhaften Postgeschichte
Dr Vytautas Doniela, Sydney, Australien


Palanga (dt. Polangen) ist eine Ortschaft an der Ostsee, 25 km nördlich von Klaipėda (Memel), in Richtung Liepaja (Libau) in Lettland. Zuerst erwähnt  1161, ist Palanga im Laufe der Zeit zum baltischen Kurort geworden mit 17600 Einwohnern im Jahre 2008. In der frühen Geschichte war Palanga kurisch bzw. schemaitisch, also litauisch, dabei bekannt  als die Heimat der legendären Birute, der Mutter des Grossfürsten Vytautas. Dem Deutschen Orden, der sich im 13. - 15. Jahrhundert von Ostpreussen aus bis zu der Burg Memel ausgebreitet hatte, war es nicht gelungen, Palanga sowie die Schemaiten unter Zwang zu christianisieren.  So blieb der nördliche Teil des Ordens, Livland mit Riga, ohne sichere  Verbindung zu Königsberg bzw. Preussen. Diese Tatsache trug dazu bei, dass mit dieser wechselhaften politischen Entwicklung Palanga zu einem wichtigen Grenzort  wurde.
Nach der endgültigen Aufteilung der polnisch-litauischen Union 1795 wurde Palanga im Jahre 1819 in die  russische Gubernija (Gouvernement) Kurland mit einbezogen, dann 1827  zur Gubernija Litauen überfuhrt, aber nach einigen Jahren wieder in die Gubernija Kurland rückgegliedert.
Postalisch betrachtet war das Jahr 1821 entscheidend, als Preussen und Russland  einen Staatspostvertrag miteinander abschlosseen, in dem Russland sich verpflichtete, fast alle Korrespondenz nach Europa zur weiteren Beförderung der preussischen Post zu übergeben. Eine der vorgesehen Straßen war der Kurs Memel - Polangen - Mitau - Riga - St. Peterburg  und weiter bis Moskau. Der zweite Weg  führte von Tilsit aus durch Georgenburg (Jurbarkas), Kowno und Wilna direkt nach Moskau.      
Als Poststation und Grenzpunkt auf dem Wege von Russland nach Memel (d.h.Preussen) wurde Palanga auch mit eigenen  Poststempeln beliefert. Manfred Dobin bildet in seinem Buch "Postmarks of Russian Empire", St.Petrerburg 1993, folgende ab:


Abb.1

Die postalische Reform in Russland brachte nicht nur eine neue Art der Frankierung von Briefen, nämlich mit Briefmarken, sondern auch eine neue Art, diese Briefmarken zu  entwerten. Bei der Einführung von Punktstempeln war dem Postamt Palanga (Polangen) die Nummer "240" zugewiesen. Abb. 2  zeigt einen Brief aus Polangen nach Mitau in Kurland, der mit Russland Nr. 2 frankiert ist. Da der Punktstempel kein Datum hatte, musste man dazu einen weiteren Abgangsstempel abschlagen.


Abb. 2


 
 
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