Litauen 1918-1940 - Forschungsgemeinschaft Litauen

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Litauen 1918-1940

Sammelgebiete

Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Litauischen Post war der 18. November 1918 mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde durch den Minister für Transport und Kommunikation M. Ycas. Die ersten Briefmarken Litauens erschienen am 27. Dezember 1918.

Erste Vilnius-Ausgabe.
Zwei Werte: 10 sk; 15 sk
dünne Wertziffer
Druckerei: Martynas Kutka, Vilnius

         

Nicht nur die militärische und politische Lage in Litauen, auch die revolutionäre Situation in Deutschland 1919/20 haben die Entstehung dieser Ausgaben beeinflusst. Da die Litauer sich im Bürgerkrieg befanden und die Anerkennung der Existenz eines selbständigen litauischen Staates durch die Siegermächte mehr als ungewiss war, sollten möglichst schnell Fakten geschaffen werden, die die Existenz eines litauischen Staates allen vor Augen führten. Zu den Hoheitszeichen eines Staates gehörten noch mehr als heute die Herausgabe landeseigener Postwertzeichen. Nach der Unabhängigkeitserklärung 16. Februar 1918 war keine Druckerei in Litauen zum Briefmarkendruck in der Lage (die russischen Marken wurden vorher in Petersburg gefertigt), für die Druckvergabe ins Ausland fehlten die Devisen.
Da nur zur ehemaligen Besatzungsmacht Deutschland politische Verbindungen existierten, wurde der Auftrag an eine Berliner Druckerei vergeben, die ihrerseits durch den aktuellen Aufstand der Volksmarinedivision und den vornehmlich im Presseviertel stattfindenden Bürgerkrieg nicht in der Lage war, den Druckauftrag sofort zu erfüllen. Die deutsche Militärpostverwaltung lehnte es ab, die noch in größeren Mengen vorhandenen „Postgebiet Ober-Ost“-Germaniamarken Überdrucken zu lassen. So sprang eine kleine Druckerei in Vilnius ein, die ein Litauer namens Martynas Kukta besaß und unter anderem Formulare für die provisorische Verwaltung druckte. Als Papier mussten unbedruckte Buchseiten herhalten, dies erklärt die ungewöhnlichen Bogenformate und die ungezähnten Ränder. Der Drucker und gleichzeitig Entwerfer Juozas Strazdas musste als Ersatz für das litauische Genitiv-u kopfstehende h und n verwenden. Die Werte zu 10 und 15 sk. wurden in einer einzigen Nacht entworfen und gedruckt! Damit gelang es, die zeitlichen Vorgaben zu erfüllen: Am 26.
Dezember 1918 endete die deutsche Zivilpost im Gebiet Ober-Ost, schon am nächstenTag, dem 27. Dezember, erschienen die Marken der 1. Vilnius-Ausgabe! In einer offiziellen Vereinbarung am 1. Januar 1919 zwischen dem Vertreter der litauischen Regierung, R. Sliupas, und dem Militär-Postdirektor beim Oberbefehlshaber Ost, Ziegler, wurden diese wie auch folgende Marken von Deutschland anerkannt, wobei diese „Freimarken in Schwarzdruck“, (Zitat) offensichtlich schon damals als vorläufig empfunden wurden.

Gedruckt in Bogen zu 5 x 4 = 20 Marken ohne Randzähnung.


 
 
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